|
RF design guide
Funksteuerung |
|
| <<HF-techn |
<<BACK
NEXT>> |
|
Hier werden allgemeine Methoden der Datenübertragung erläutert, die für
die Steuerung über Funkwellen erforderlich sind. Dabei wird auf
Fehlerursachen eingegangen, die zu Problemen bei der Funkdatenübertragung
führen können, und es werden entsprechende Lösungswege vorgestellt.
|
|
Methoden der
Datenübertragung
<Menü>
|
Im Folgenden werden Methoden der
Datenübertragung kurz vorgestellt. Dabei kann unterschieden werden, ob die
Datenübertragung wechselseitig stattfindet oder nur in eine Richtung
erfolgt. Bei der Funkdatenübertragung ist das Konzept in beiden Fällen
jedoch dasselbe.
Wechselseitige Datenübertragung
Bei dieser Methode fließen Informationen sowohl in die Richtung Gerät A →
Gerät B als auch in die Richtung Gerät B → Gerät A.
Halbduplex (Semiduplex)
Die Übermittlung von Informationen erfolgt sowohl in Richtung Gerät A →
Gerät B als auch in Richtung Gerät B → Gerät A. Bei dieser
Übertragungsmethode werden Daten jedoch abwechselnd und nicht gleichzeitig
übertragen.
Vollduplex
Bei dieser Methode kann die Übertragung von Informationen in der Richtung
Gerät A → Gerät B und in der Richtung Gerät B → Gerät A gleichzeitig
durchgeführt werden.
Einweg-Datenübertragung
Bei dieser Methode der Datenübertragung fließen Informationen
ausschließlich von Gerät A zu Gerät B. Es fließen keine Information von B
nach A. Wenn neben den Daten Steuersignale und Ähnliches gesendet werden,
geschieht auch dies nur einseitig.
Fernsteuerung und Telemetrie erfolgen entweder als Einweg-Datenübertragung
oder im Halbduplexbetrieb. Beim Halbduplexbetrieb werden Daten übertragen,
indem der Benutzer bei einem Transceiver zwischen Senden und Empfangen
wechselt. In WLANs und ähnlichen Anwendungen erfolgt die Datenübertragung
in scheinbarem Vollduplexbetrieb.
* Methode der Datenübertragung zwischen drahtlosen
lokalen Netzwerken (WLAN)
Im folgenden Beispiel geht es um die Übermittlung von NetMeeting-Videodaten
(standardmäßige Windows-Kommunikationssoftware) über ein drahtloses
lokales Netzwerk. Die Bilder von der Kamera und der Ton vom Mikrofon
werden scheinbar gleichzeitig wiedergegeben. Aus der Sicht des Benutzers
scheint handelt es sich um eine Vollduplex-Datenübertragung.
Bei gewöhnlicher Funkdatenübertragung wird ein Frequenzkanal (Frequenzband)
verwendet, daher kann das Funkgerät auf der Funkstrecke Funkwelle nur mit
Halbduplexbetrieb arbeiten. Die Datenübertragung zwischen Benutzer und
Funkanlage kann jedoch so modifiziert werden, dass die Kommunikation
insgesamt im Vollduplexbetrieb abzulaufen scheint.
|
Kontrollverfahren für
die Datenübertragung
<Menü>
|
Auf dem Übertragungsweg bestehen verschiedene
mögliche Fehlerquellen, und für die korrekte Datenübertragung ist eine
Verbindungssteuerung zwischen Sende- und Empfangsgerät erforderlich, um
die zeitliche Synchronisation und die Fehlerbehandlung zu gewährleisten.
Für die normale Datenübertragung existieren Steuerungsverfahren wie die
nichtprozedurale Steuerung, einfache Steuerung und HDLC (High Level Data
Link Control), die auch auf die wechselseitige Datenübertragung per Funk
angewendet werden können.
Der Betriebsmodus der Funkgeräte ist 1:1, 1:N oder N:N, und bei der
wechselseitigen Datenübertragung wird der Datenverbindungssteuerung ein
spezielles Funkprotokoll hinzugefügt.
|
| Nichtprozedural |
Die Übermittlung erfolgt, wenn der Steuercode
für die Übertragung von Sende- und Empfangsstation vereinbart worden ist.
Die Übertragungssteuerung, also Fehlerkontrolle usw., wird vom Benutzer
der Anlage durchgeführt. |
| Einfaches
Steuerungsverfahren |
Hierbei handelt es sich um ein
zeichenbasiertes synchrones System, bei dem während der Datenübertragung
die seriellen Antworten von Sende- und Empfangsstation mit Steuercodes
überprüft werden. Die Übertragungssteuerung wird automatisch durchgeführt.
Die Daten werden in Blöcken übermittelt, und wenn ein Fehler auftritt,
wird nur der betroffene Block erneut gesendet.
Das Verfahren kann im einfachen oder erweiterten Modus angewendet werden.
Im einfachen Modus werden nur Textdateien übertragen, und zur Übermittlung
transparenter Daten (Binärdaten) wird der erweiterte Modus verwendet. |
| HDLC-Protokoll
(High Level Data Link Control Protocol) |
Gegenüber dem einfachen Steuerverfahren mit
zeichenbasierter Übermittlung wird die Übertragung mit HDLC bitorientiert
durchgeführt, wobei die Daten für Adressen, Steuercodes, Informationen,
Frameprüfcodes usw. den framebasierten Übertragungen hinzugefügt werden.
Es handelt sich um ein System synchroner Flags, bei dem jeweils Anfang und
Ende der übermittelten Frames mit Flags gekennzeichnet werden (7E Hex).
Die Übertragungssteuerung erfolgt automatisch, wobei Frameprüfsequenzen (FCS,
Frame Check Sequence) zur Fehlererkennung verwendet werden. Auf diese
Weise werden die Übertragungen sehr zuverlässig. Die Daten können mit
voller Transparenz übertragen werden. FCS verwendet ein zyklisches
Blockprüfungssystem (CRC, Cyclic Redundancy Check).
|
|
← Übertragungsrichtung
Flag
01111110 |
Adresse |
Steuerung |
Informationen |
FCS |
Flag
01111110 |
|
| Datenübertragungsmethode |
Zu den Datenübertragungssystemen zwischen
Sende- und Empfangsgeräten gehören u. a. Konkurrenz-, Aufruf-,
Ansteuerungssysteme. |
| Konkurrenzsystem |
Ein System zum Herstellen einer
Datenübertragung über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Vom Sender wird ein
Anfragecode gesendet, und die Daten werden übertragen, nachdem er von der
Empfangsstation eine Bestätigung erhalten hat. Bei Punkt-zu-Punkt-Systemen
sind beide Geräte gleichberechtigt. |
| Aufrufsysteme
(Polling/Selecting) |
Ein System zum Herstellen einer
Datenübertragung über eine Mehrpunktverbindung. Dabei handelt es sich um
eine Verbindung zwischen einer Leitstation und Unterstationen.
Sendeaufruf (Polling)
Die Leitstation sendet periodisch Aufforderungen an die Unterstationen im
Netz, Daten an die Leitstation zu senden.
Empfangsaufruf (Selecting)
Wenn die Leitstation Daten an eine bestimmte Unterstation zu senden hat,
fragt sie an, ob diese empfangsbereit ist, bevor die Daten gesendet werden.
|
Fehler bei der
drahtlosen Übertragung
<Menü>
|
Bei der Datenübertragung, egal ob über Draht
oder drahtlos, muss eine Fehlerüberwachung implementiert werden.
Die Fehleranfälligkeit der drahtlosen Datenübertragung über Funkwellen
lässt sich nicht mit derjenigen der kabelgebundenen Datenübertragung
vergleichen, daher müssen Maßnahmen gegen Fehler getroffen werden, die
durch Rauschen, Interferenzen und Fading entstehen können. Es stehen
verschiedene Methoden zur Verfügung, doch ist es stets ein Problem, die
Verarbeitungsqualität gegen Faktoren wie Anwendung, Kosten, Zeit und
Konstruktion des zu entwickelnden Systems abzuwägen.
Normalerweise stört es nicht, wenn bei Mobiltelefonen leichtes Rauschen
oder Unterbrechungen auftreten, und ein leichtes Flackern des Fernsehbilds
ist akzeptabel.
Für die Tonerzeugung bei Mobiltelefonen wird eine Fehlerbehandlung auf
hoher Ebene durchgeführt, doch dürften Fehler unvermeidlich sein. Bei
Datenübertragungen wie E-Mail sind Fehler ein größeres Problem.
Bei funkgesteuerten Industrieanlagen und vorrichtungen könnten durch
Übertragungsfehler verursachte Fehlfunktionen zu schweren und
lebensgefährlichen Unfällen führen und den Verlust wichtiger Daten nach
sich ziehen. Entwickler von Funkgeräten müssen sehr genau darauf achten,
dass solche Ereignisse auch beim Auftreten von Fehlern nicht vorkommen
können. Die erforderliche Integration eines Konzepts für die
Ausfallsicherheit bei der Entwicklung wird weiter unten genauer ausgeführt.
Mögliche Fehler
Zufällige Fehler (Random Errors)
Fehler, die zufällig ohne eine zeitliche Beziehung zu anderen Fehlern
auftreten.
Fehlerpakete (Burst Errors)
Fehler, die plötzlich und in Folge auftreten. |
Fehlerbehandlungsmethoden
<Menü>
|
Verarbeitungsfehler bei der
Funkdatenübertragung müssen sowohl auf Hardware- als auch auf
Softwareebene behandelt werden, doch bei einer angemessenen Vorgehensweise
kann eine Qualität der Datenübertragung erreicht werden, die derjenigen
kabelgebundener Datenübertragung nicht nachsteht. |
| Fehlerbehandlung bei
Einweg-Datenübertragung |
Bei Einweg-Datenübertragung wie den Befehlen
für Telesteuerung oder Ton und Bilder sind folgende
Fehlerbehandlungsmethoden möglich:
|
|
Es wird keine Fehlerbehandlung durchgeführt. |
Das System ist unbrauchbar. |
|
Entscheidung anhand von
Fehlererkennungscodes |
Die Resultate einiger Vorgänge
können mit den menschlichen Sinnen überprüft werden, und bei relativ
unwichtigen Daten wie bei der Sammlung von Temperaturdaten, bei der
kontinuierlich die gleichen Daten gesendet werden (oder es sich um
analoge Daten handelt), kann der Code für die Fehlererkennung
zusammen mit den Daten in die Framestruktur aufgenommen werden, so
dass am Empfänger anhand dieses Codes entschieden werden kann, ob
Fehler auftreten, wobei die Daten in diesem Fall verworfen werden.
Zu den Methoden der Berechnung von Fehlererkennungscodes gehören die
Prüfsummenmethode, CRC-Prüfungen usw. |
|
FEC |
Verwenden Sie eine Methode wie die
Vorwärts-Fehlerkorrektur (FEC, Forward Error Correction) für
Anwendungen, bei denen möglichst wenig Fehler auftreten sollen.
Bei diesem System wird vom Sender Code hinzugefügt, mit dem der
Empfänger eine Fehlerkorrektur durchführen kann. Durch diesen Code
wird die Menge der übertragenen Daten größer als die reine
Datenmenge (Datenredundanz), doch können mit diesem Ansatz annähernd
fehlerfreie Übertragungen erzielt werden. Reed-Solomon-Code und
Trelliscode sind wichtige Vertreter dieser Art von Code, die auch in
einigen anderen Codearten enthalten sind. Zusätzlich werden
Interleaving-Verfahren für die Behandlung von Fehlerpaketen bei der
Funkdatenübertragung angewendet. |
|
| |
| Fehlerbehandlung bei
wechselseitiger Datenübertragung |
Abgesehen von FEC für wechselseitige
Datenübertragung stehen Methoden zur Verfügung, die eine automatische
Wiederholungsanforderung (ARQ, Automatic Repeat Request) verwenden.
Bei einem ARQ-System werden Daten als Paket in einem Frameformat gesendet,
und bei Auftreten eines Fehlers sendet der Empfänger eine Aufforderung zum
erneuten Senden, so dass eine fehlerfreie Datenübertragung erreicht wird.
Dieses System wird in den meisten WLANs und anderen drahtlosen Systemen
verwendet.
Um Fehler zu vermeiden, müssen Protokolle für Datenübertragung in der
drahtlosen Zone verwendet werden. Bei der Paketdatenübertragung werden
Adressinformationen, eine Paketnummer, Paketgröße, Status/Steuerung,
Frameprüfung und Ähnliches an das Ende jedes Pakets angehängt. Von der
Empfangsstation wird eine Fehlererkennung durchgeführt und gegebenenfalls
eine Aufforderung zum erneuten Senden ausgegeben, so dass eine fehlerfreie
Datenübertragung erreicht wird. Bei der Funkübertragung mit Paketen wird
dem ersten Paket eine Präambel und ein Startcode hinzugefügt. In einigen
Fällen ist eine Präambel erforderlich, um die Funkgeräte zu
synchronisieren.
| Präambel |
Startcode |
Empfängeradresse |
Senderadresse |
Paketnummer |
Status/Steuerung |
Benutzerdaten |
Frameprüfung |
|
| Frameprüfsysteme (Fehlerüberwachungssysteme) |
Um Datenfehler im Paketframe entdecken zu
können, wird an der Sendestation beim Erstellen des Pakets ein
Frameprüfcode an das Ende des Pakets angefügt. An der Empfangsstation wird
dann auf Grundlage dieses Codes entschieden, ob Fehler vorliegen. Wenn ein
Datenfehler entdeckt wird, erfolgt eine Aufforderung zum erneuten Senden
der Daten an die Sendestation, so dass eine fehlerfreie Datenübertragung
erreicht wird.
Zu diesem System gehören die Prüfsummenmethode, zyklische Redundanzprüfung
(CRC, Cyclic Redundancy Check), Paritätsprüfung usw. Im Vergleich zur
Prüfsummenmethode und anderen Methoden eignet sich CRC besser zur
Fehlerentdeckung und wird daher in den meisten
Datenübertragungsprotokollen verwendet, z. B. für WLANs,
Festplattencontroller usw.
CRC-Systeme können 5- oder 12-Bit-Systeme sein; die gegenwärtig am
häufigsten verwendeten Systeme sind jedoch 16- oder 32-Bit-Systeme, und
besonders CRC-CCITT usw. werden häufig verwendet.
CRC-CCITT
Bei CRC-CCITT wird das Datenframe berechnet, indem durch Konstanten
geteilt wird, und die 16 Bit (2 Byte) des Ergebnisses werden zur
Übertragung an die Daten angehängt. An der Empfangsstation wird ähnlich
vorgegangen, und ein korrektes Ergebnis bestätigt, dass kein Fehler bei
der Datenübertragung aufgetreten ist. Andernfalls wird ein Fehler erkannt
und die Aufforderung für erneutes Senden gesendet.
Im Detail funktioniert das folgendermaßen: Bei der zyklischen
Redundanzprüfung an der Sendestation wird der Bitstring der Framedaten als
numerischer Wert behandelt (dieser wird als Nachrichtenpolynom bezeichnet).
Das Nachrichtenpolynom wird durch ein Generatorpolynom (Konstante) X16 +
X12 + X5 + 1 geteilt, und der Rest (CRC-Code: 2 Byte) wird zur Übertragung
an die Daten angehängt. Das Übrige funktioniert entsprechend.
Dieser Vorgang kann von der Prozessorsoftware ausgeführt werden; wenn
jedoch Hochgeschwindigkeitsverarbeitung erforderlich ist, wird er von der
Hardware ausgeführt. Einige Prozessoren enthalten Hardware für diese
CRC-Funktion, während bei anderen Paketdatenframes gebildet werden (HDLC-Funktion).
Wenn es die Situation erlaubt, können auch FPGAs oder Gate-Arrays, z. B.
in Peripheriegeräten, verwendet werden. |
Übertragungscode
<Menü>
|
Auf dem Übertragungsweg kann es bei
drahtloser Datenübertragung zu Rauschen und Interferenzen kommen, durch
die Verluste und Verzerrungen des Zeichenschritts entstehen, so dass eine
Unterscheidung der Daten schwierig wird.
Am Empfangsgerät ist ein Taktsignal für die Synchronisation erforderlich,
um die Daten zu decodieren, doch muss dieses aus dem Strom der empfangenen
Daten herausgelöst werden. Das Basisbandsignal verwendet normalerweise NRZ-Code,
doch wenn dieser an der Sendestation direkt als Basisbandsignal mit Daten,
die aus einer Folge von Nullen und Einsen bestehen, an einen Modulator
geleitet wird, kann der Empfänger den Synchronisierungstakt nicht aus dem
Signal duplizieren (Taktrückgewinnung).
Zur Umgehung dieses Problems stehen Mittel wie der Manchester-Code zur
Verfügung.
Wie im Diagramm unten dargestellt, wird beim Manchester-Code in der Mitte
des Codes stets die Polarität umgekehrt, um ununterbrochene Ketten von
Nullen oder Einsen zu vermeiden. Die Taktrückgewinnung wird für den
Empfänger auf diese Weise vereinfacht. Im Vergleich zum NRZ-Code wird bei
Verwendung des Manchester-Codes jedoch das belegte Frequenzband breiter.
Bei diesem Code wird das Signal von 0 zu 10 konvertiert und von 1 zu 01.
|
|

|
Das Konzept der
Ausfallsicherheit
<Menü>
|
Ausfallsicherheit bedeutet, dass auch bei
einem Ausfall oder einer Störung die Software oder Hardware eine
ausreichende Steuerung besitzt, um ein gewisses Maß an Sicherheit zu
gewährleisten. Mit diesem Sicherheitskonzept wird eine Beschränkung
möglicher Schäden auf das Minimum angestrebt. Es wird in allen
Entwicklungsbereichen umgesetzt, einschließlich Konstruktion, Elektrizität
usw.
Im Vergleich zu anderen Technologien ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass
Fehler bei Produkten auftreten, die Funkwellen nutzen. Wie sehr wir uns
auch immer bemühen, eine perfekte Fehlerbehandlung zu erreichen, können
wir dennoch nicht garantieren, dass überhaupt keine Fehler auftreten.
Denken Sie daran, dass Ausfallsicherheit auch in Bezug auf das gesamte
System angestrebt werden muss. |
|
|
| <<HF-techn |
<Menü> |
<<BACK
NEXT>> |
|
|
|
|